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 Betreff des Beitrags: Kaufberatung 404 II
BeitragVerfasst: Mo 25. Mai 2015, 14:58 
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Registriert: Mo 25. Mai 2015, 13:10
Beiträge: 3
Die schöne Übersetzung hier im Forum http://www.404forum.de/viewtopic.php?f=34&t=940
dieser Kaufberatung http://www.guilde.org/404/la404/acheter/achat.html habe ich mal weitergeführt und mir dabei ein paar Freiheiten herausgenommen.


1. Die Technik
Motor
Es gibt verschiedene Motorisierungen, der Motor mit fünf Kurbelwellenlagern ab dem 64er Modell, von dem es verschiedene Ausführungen gibt, gilt als solider als der Motor mit drei Lagern.
Die Motoren stellen vor keine besonderen Probleme. Der wichtigste Punkt ist der als etwas unterdimensioniert geltende Kühlkreislauf. Ein temperaturgesteuerter Ventilator schaltet sich bei 82° zu. Wenn er nicht funktioniert, riskiert man ernsthafte Schäden (Zylinderkopfdichtung...). Weitere Fehlermöglichkeiten im Kühlkreislauf: Thermoschalter, Riemen, verdreckter Kühler. Man kann als Abhilfe den Auskuppelmechanismus des Ventilator einfach mit Schrauben blockieren, um die Kühlung unter allen Umständen sicherzustellen.
Auf Geräusche von der Steuerkette und auf Spiel der Drosselklappenachse achten.
Ein 404 sollte gut ziehen. Ein einfacher Test in der Ebene: eine 404 sollte einem kleinen Diesel (Renault Clio Diesel) in der Beschleunigung davonfahren.
Wenn sie auf leicht abschüssiger Straße im vierten Gang das Gas wegnehmen, sollte der Wagen langsamer werden - sonst muß die Kompression überprüft werden. Ein Kompressionstest könnte vor dem Kauf sowieso nützlich sein.
Einige Teile finden sich noch im Händler-Netzwerk von Peugeot, allerdings zunehmend weniger. Die Einfachheit und vor allem die Robustheit der Technik sind hinlänglich bewiesen. Der 404 ist sehr zuverlässig, sofern man ihm ein Minimum an Wartung (Ölwechsel, Flüssigkeiten und Schmierung) zukommen lässt.
Die Einspritzer sind entgegen ihrem Ruf zuverlässig, allerdings werden manche Teile selten. Die Überholung ist insgesamt teuer und Spezialisten werden immer seltener. Die Diesel sind unzerstörbar.

Getriebe
Sowohl das Getriebe C3 mit umgekehrten Schaltschema (Erster unten zu Ihnen, Rückwärtsgang oben) als auch das mit normalem, "europäischen" Schaltschema (BA7) sind unkaputtbar und erreichen hohe Laufleistungen, bevor sie den Geist aufgeben. In vielen Fällen reicht es, die Teile des Schaltgestänges [außerhalb des Getriebes, Anm. des Übers] bem BA7 oder die "kleinen Vierecke" beim C3 auszutauschen. Die Teile sind im Händlernetzwerk oder beim Museum Peugeot noch verfügbar.
Das BA7-Getriebe muß sich einwandfrei schalten lassen, beim C3 braucht es etwas Gefühl, aber das ist völlig normal. Das Schaltgestänge sollte so eingstellt werden, daß man leicht zwischen 4. und 3. oder eben 2. und 3. Gang schalten kann.
Achtung, die 404-Getriebe brauchen Motoren- und kein Getriebeöl!
Das ZF-Automatikgetriebe macht keine großen Probleme. Bei einer Probefahrt sollte es klar und schnell schalten und keinen Schlupf aufweisen [bezieht sich wohl auf Fahrt mit höherer Drehzahl]. Sonst ist eine Überholung fällig. Es gibt auch eine Jaeger-Kupplung, aber wenig Informationen dazu, also auch praktisch keine Ersatzteile außer dem Puder [klingt wie ein elektromechanischer Halbautomat], also Finger weg.

Hinterachse
Das Schneckengetriebe macht im Allgemeinen keine Probleme, es macht allerdings Geräusche. Glücklicherweise gibt es noch gebraucht Ersatz und der Austausch ist in drei Stunden gemacht.
Achtung: Das Tellerrad ist aus Bronze und benötigt ein spezielles Öl auf Rhizinusbasis, das nicht mit anderen Ölen gemischt werden darf, sonst riskiert man das Tellerrad zu zerstören.

Bremsen
Während die Modelle vor '64 unproblematisch und relativ effektiv sind , kann es bei den Modellen von 65 bis 68 mit Hydrovac [Bendix-Bremskraftverstärker] zu Problemen kommen und eine Überholung wird teuer (um die 1000€ bei Komplettüberholung). Die Modelle mit Scheibenbremsen vorne sind unproblematisch.
Beim Kauf sollte überprüft werden, ob der Wagen geradeaus bremst und die Räder nicht blockieren. Kommt das Bremspedal langsam zurück, sind die Bremsschläuche aufgequollen. Die Radbremszylinder sollten auf Dichtigkeit kontrolliert werden.
Den Bremskraftverstärker zu überprüfen ist nicht so einfach. Bei abgeschaltetem Motor sollte nach mehreren Betätigungen des Bremspedales das Kontrolllämpchen angehen und während der Fahrt/[nach dem Anlassen des Motors] nach einigen Sekunden wieder ausgehen. Wenn während der Fahrt die Bremsen sich erst verzögert lösen oder wenn das Pedalgefühl sehr hart ist, ist der Hydrovac möglicherweise defekt.
Ein einwandfrei funktionierender Hydrovac der Jahre 65/68 bremst brutal, wenn man das Bremspedal nicht sachte betätigt. Insgesamt nichts schlimmes, allenfalls ein zu berücksichtigender Kostenpunkt und ein gutes Argument bei Preisverhandlungen. Außerdem bekommt man noch alle Teile der Bremsanlage neu, also keine Sorge!

Lenkung
Die Lenkung des 404 muß ziemlich präzise sein ohne weich zu wirken oder Spiel zu haben[eigentlich Rückstellkräfte, aber das paßt inhaltlich nicht].Wenn doch, sind die Kugelgelenke und die Silentblöcke zu ersetzen. Auch hier keine unlösbaren Probleme, zumal es diese Teile genialerweise als Kit bei Peugeot gibt.

2. Das Blech
Die Modelle vor 1967 sollen weniger rostempfindlich als die späteren sein, aber Mißtrauen ist angebracht, weil ein 404 Limousine, Coupe, Cabriolet ziemlich rostanfällig ist, wenn man nicht vorbeugt. Auch wenn der 404 sehr robust ist, jeder 404 wird von unten gekauft. Häufig verbergen sich unter einer schönen Lackierung üble Tarnanstriche oder Basteleien aller Art. Die wichtigsten Punkte der Karrosserie:

Front [Frontmaske]
Die Umgebung und Verkleidung der Scheinwerfer, die Haubenträger und die aufgedoppelten Teile der Haube (hinter dem Chromstreifen, die [die Umschlagfalte?] der Haube bilden) sind rostempfindlich, aber nichts katastrophales. Die Frontschürze sollte genau angesehen werden, falls ein Unfall etwas großzügig repariert worden sein sollte. Rost oder verbogene Haltebläche sind häufig, auch hier nichts wirklich beunruhigendes.

Vordere Kotflügel
Der Rost beginnt im Allgemeinen in den Radkästen oder mitten im Kotflügel. BEi der Limousine nichts schlimmes, einfach den verschraubten Kotflügel austauschen. Beim Coupe/Cabriolet hingegen muß er herausgetrennt und geschweißt werden. Wirklich nichts, was man gerne machen möchte - und die Kosten lassen eine Jaguar-Restaurierung als Sonderangebot erscheinen.

Stehbleche [?]
Bei der Limuosine normalerweise kein Problem, beim Coupe/Cabriolet hingegen muß man extrem auf die obere Stoßdämpferaufnahme (mit drei Schrauben befestigt) achten. Wenn hier etwas nicht in Ordnung ist, sollte der Wagen nicht bewegt werden und es muß dieser Bereich mit zusätzlichen Blechen verstärkt werden.

Unterboden
Das ist ein großer Schwachpunkt des 404. Die Schweller sind verschraubt und direkt darunter liegen die Längsträger. Sind die Schwellerbleche einmal durch, muß man sich große sorgen um die Längsträger machen. In diesem Fall sollte man, sofern der Wagen nicht einen idellen Wert für sie hat, die Beine in die Hand nehmen. Es kann auch nur das Äußere betroffen sein. Das prüft man am besten, indem man die Schweller abschraubt. Allgemein kann man die Blechteile mit einem Magneten überprüfen, das ist besser als mit einem Schraubenzieher.

Türen
Nichts Schlimmes, nur die Unterkanten der Türen überprüfen, weil der Rost häufig dort beginnt. Wenn möglich nach dem Kauf von innen behandeln.
Überprüfen, ob die Türen gut schließen, wenn der Wagen auf dem Wagenheber steht. Denn wenn sie das nicht tun: nichts wie weg, die Karosserie ist komplett unbrauchbar!

Bodenbleche
Dieser Bereich des AUtos sollte am sorgfältigsten überprüft werden. Die Dämmatten unter den Fußmatten saugen oft die Feuchtigkeit auf und das Bodenblech rostet dann dort entsprechend. Oberflächlicher Rost ist kein Problem. Rostlöcher bedeuten nicht, daß das Auto weggeworfen werden muß, der CLub hat Nachfertigungen und der Austausch ist nicht allzu schwer. Achtung auf eingenietete Bodenbleche! [???]
Die Wagenheberaufnahme...das ist ein Ärgernis vieler 404-Fahrer. Zum Hochkurbeln muß der Wagenheber in die Viereckige Aufnahme gsteckt werden. Diese sind oft verbogen, verdreckt oder reißen einfach aus. Keine Panik, der Club hat sie auf Lager, aber es nervt extem. In diesen Fällen nimmt man besser einen normalen Wagenheber.
Einmal unter dem Wagen erkennt man am Abschluß des Motorraums die Abschlußplatten der Längsträger. Bei der Limousine sind Löcher nicht allzu schlimm, sie dienen eher zur Dekoration (und ein bischen zur Stabilisierung).
Die Längsträger hingegen sind sehr genau anzusehen. Diese sind nur sehr schwer zu beuteilen, ohne den Wagen zu zerlegen. Am besten ist es, den Wagen anzuheben und zu sehen, ob die Türen noch schließen. Tun sie das nicht, nichts wie weg.
Da der Unterbau des 404 eine Einheit bildet, reicht es die oben genannten Punkte zu überprüfen, um einen Eindruck von dem Wagen bekommen. Wenn alle diese Punkte Anlaß zu Beanstandungen geben, bestehen gute Chancen, daß man nur noch einen Ersatzteilspender vor sich hat.

Damit Sie nicht über's Ohr gehauen werden, begleiten die "Freundlichen Automobilisten" [GO, Wortspiel, zielt auf die "Gentil Organisateurs" des Club Mediterranee] Sie gerne und können oft eine recht genaue Einschätzung geben.
Diese Liste ist noch lange nicht vollständig, wir legen Ihnen "lAutomobilia spécial 404" und Ausgabe 38 von "Gazoline" ans Herz.

Ouf!


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 Betreff des Beitrags: Re: Kaufberatung 404 II
BeitragVerfasst: Di 26. Mai 2015, 06:43 
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Registriert: Fr 27. Mai 2011, 19:13
Beiträge: 944
Wohnort: 97318 Kitzingen
Herzlichen Dank für deine Mühe.

Ich weis, ich bin im Verzug, aber die Zeit dafür zu nehmen ist immer so ein Ding.

Für 504 habe ich das bereits gemacht.
http://www.504forum.de/viewtopic.php?f=34&t=664

_________________
Grüße aus Kitzingen

Joop

Marilyn
Peugeot 404 Coupé
Geboren August 1968
Mai 2011 aus Frankreich.


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